Goodies
Tourtagebücher - Deamons are a Girl's best Friend-Tour mit End of Green
- 17/09/2003
Ein abenteuerlicher Trip mit einem Coitus Interruptus
Es treten auf:
Michèlle HuBurn (Sänger und Gitarre EoG)
Merkle aka Jesus Christ looks like me (Gitarrero EoG)
Setzer aka Mamma Chocolata (Gitarrero EoG)
Hampez (Bass EoG)
Matzelinho (Drums EoG)
Joschi (Gesang und Gitarre Udt)
UnderTOM (Bass Udt)
Kuddel (Drums Udt)
Achim (Tourmanager)
Daniel aka Dany (Tontechniker/Mischer)
Ernst aka Ernesto aka Örnest (Roadie, Backliner)
Pete (Merch, Backliner)
Lothar aka Busdriver from Dädäräää-Hell
- 18/09/2003
18. September; Stuttgart, Röhre (Stuttgarter Hofbräu)
Gleich der erste Gig der Tour sollte also ein Heimspiel sein, auch fein...
Bei Ankunft an der Röhre treffe ich erst mal auf einen deutlich verstörten Setzer: Pull Dead, die an dem Tag den Local Support machten, waren noch nicht da. Klingt nicht schlimm, hatte aber doch gravierende Auswirkungen, denn die Herren sollten eine der drei benötigten Gitarrenboxen stellen und ohne besagte Box war erst mal nix mit Soundcheck. Trotz den Segnungen der modernen Kommunikation waren die Herren Phil (Gitarre PD) und Dave Grave (Sänger PD) auch nicht auf dem Handy zu erreichen. Die Sorgen waren schließlich aber unbegründet, denn die Bande tauchte kurz später auf und so konnte es losgehen. Auch technische ein optimaler und fast luxuriöser Start, 1a-Anlage mit separatem Monitor- und extra Lichtmischer.
Da der Basser von EoG sich erst gegen 20 Uhr im Job loseisen konnte, hatte ich zudem die Ehre den EoG-Soundcheck statt ihm zu spielen!
Die Pulletten eröffneten also den Reigen und haben mir wie immer sehr gut gefallen, das Publikum reagierte aber kaum bis reserviert und sparte seine Kräfte wohl für die zwei folgenden Bands.
In der Umbaupause lief dann Neurosis-Tribal-Drumming von der MiniDisc, was ich mir extra für die Tour ausgedacht hatte und über die ganze Tour wohl auch nur ich gut fand! ;O)= Danach starteten wir unser Set erstmals mit dem Intro ("Fire walk with me"), das auch die aktuelle CD einleitet, klappte trotz Premiere überraschend gut. Überhaupt nicht gut klappte später im Set dann das Umstimmen vor "Memories lie". Da stimme ich von D auf C runter und zu diesem Zweck hatte ich mir vor der Tour extra ein entsprechendes Bodeneffekt-Gerät gekauft. Das wurde in der Probe auch immer problemlos von mir eingesetzt und ich weiß bis heute nicht, wie ich es geschafft hab das Ding falsch zu bedienen, es mutierte jedenfalls zur Lichtorgel und nur dem geistesgegenwärtigen Setzer war es zu verdanken, das ich irgendwann dann doch noch in den Song einsetzen konnte (Joschi hatte meine Probleme nicht bemerkt und den Song angefangen) - er hat flugs sein baugleiches Stimmgerät eingewechselt. Mir hat der Vorfall natürlich etwas die Stimmung verhagelt, Kopfweh hatte ich vorher schon gehabt, es war aber ein toller Gig und wir konnten uns auch nicht über fehlende Publikumsreaktionen beklagen.
EoG waren im Anschluß ne Macht, läßt sich nicht anders sagen. Sie setzten witzigerweise "Hurt" in der Version von Johnny Cash als Intro ein - das hatte ich mir vor der Tour auch überlegt, den Gedanken dann aber verworfen, weil ich dachte, daß meine Bandkollegen der Idee wohl nichts abgewinnen konnten - nach der Tour wäre das bestimmt anders gewesen! Ari und Juli verkauften fleißig Merch und mehr als 250 Zahlende feierten mit uns einen gelungenen Tourauftakt. Da es am nächtsen Morgen früh losgehen sollte und wir das heimische Bett auf lange Zeit nicht mehr sehen würden, verabschiedeten wir uns nach und nach und machten uns auf den Heimweg.- 19/09/2003
19. September; Tuttlingen, JuKuZe (Privatbrauerei Hirsch: Honer Pils)
Mit diesem Tag ging ein weiterer Traum in der Geschichte unserer Band in Erfüllung: die erste Tour im Nightliner!
Treffpunkt von Bands, Crew und Bus war in Göppingen am Proberaum von EoG. Wir waren alle pünktlich da, nur der Herr Busfahrer kam satte 90 Minuten zu spät an. Als er dann schließlich eintrudelte brabbelte er irgendwas von vorgeschriebenen Ruhezeiten und präsentierte uns unser Zuhause für die nächsten zwei Wochen. Ein blauer Blitz von einem Bus, der aber wohl älter war als manch einer im Tourtroß. War aber gut in Schuß und es gab an sich nichts zu meckern. Größte Sorge war für die nächste Zeit erst mal, ob wir das ganze Equipment, Merch und Gepäck überhaupt unterbringen würden. Mit etwas kreativen Stautechniken hats dann aber wundersamerweise doch hingehauen und es konnte losgehen. Da Setzer vormittags noch arbeiten mußte und somit in Stuttgart abgeholt werden wollte machten wir noch einen kurzen Schlenker über Benztown, wo wir ihn gegen 15 Uhr am Planetarium aufsammelten. In Stuttgart und auf den ersten Autobahnkilometern gings dann auch direkt mit Dauerstau und Schrittgeschwindigkeit los. Lothar glänzte in Stuttgart gleich noch mit ner überfahrenen roten Ampel und auf der Autobahn wär er dann fast auf nen vor uns bremsenden LKW aufgefahren. Ahnungen, daß Sex, Drugs und Rock'n'Roll wohl die kleineren Gefahren auf diesem Trip werden würden keimten auf... Im Club angekommen machten wir uns erst mal über die bereitgestellten Snacks und Belegten her, denn durch den Stau war auch keine Pause drin gewesen und uns hing der Magen sonstwo... Die Organisation war an dem Abend ohnehin mehr als vorbildlich, schließlich hat Rolf (der auch hinter dem feinen Helldriver-Mag steht) ja jahrelange Konzert-Erfahrung und so sollte es uns am ganzen Abend an nichts mangeln. Heute Abend hatten wir Stereo.Pilot als Support eingeladen, ihr Basser Toni (der auch bei den Farmers spielt) war im Urlaub und wurde von einem alten Bekannten vertreten: Jörg Kussmaul (der heißt wirklich so!) von My Deepest Inner (gibt's die jetzt eigentlich noch?). Achim und ich bauten das Merch auf während EoG checkten, danach machten wir unseren Soundcheck. Dany war zufreiden mit der PA, wir auch und so war das schnell gegessen. Etwas strange war, daß der ganze Club aussah, als ob er erst vor einer Woche nach ner Total-Renovierung wieder eröffnet wurde. Besonders der Konzertraum war mit den blitzblanken weißen Wänden sehr klinisch, noch nicht mal auf den Toiletten hatte sich jemand verewigt...
Essen gabs im coolen Café-Bereich im ersten Stock. Dort stand auch ein Kicker an dem ich eine mehr als interessante Hausregel entdeckte: "Wer zu null verliert muß nackt durchs Haus laufen"! Rauhe Sitten... entweder es spielten nur versierte Spieler, oder die Regel wurde nicht ernst genommen, ich hab jedenfalls den ganzen Abend keine Nackten gesehen (nicht mal beim Gig von EoG!). Setzer und Merkle gaben noch ein Interview für ein Online-Mag bevor dann auch schon Showtime war und Stereo.Pilot loslegten. Dafür, daß sie noch nie in Tuttlingen gespielt haben, sie somit niemand kannte und sie ja auch keine CDs im Laden haben, kamen sie mit ihrem Post-Grunge recht gut an und verkauften später auch die ein oder anderer CD.
Danach wieder das Tribal-Intro, dann die Twin-Peaks-Passage von MD und los gings mit "Fire walk with me".und "Captured". "Memories lie" ließen wir heute weg und ersetzten es durch "Genderation". Als wir vormittags noch ein paar Sachen für die Tour im Metal Blade Office abgeholt haben hat uns der Andreas Reissnauer noch gewarnt, daß Tuttlingen für sein reserviertes Publikum berüchtigt sei... und er hatte leider recht! Unmittelbar vor der Bühne ließen zwar bis zu 20 Leute ihrem Bewegungsdrang freien Lauf, dahinter sahs dann aber recht mau aus. Und das war nicht nur bei uns so, bei EoG dann das gleiche Trauerspiel. Die verkauften dann aber immerhin noch etwas Merch, bei uns war gleich der erste Tag der Tour der schlechteste vom Merch (die Tuttlinger hatten bestimmt vorher schon die Läden von unseren CDs leergekauft ;O)= ). Und noch ein Rekord: die Backstagepässe waren mit Postkartengröße die mit Abstand größten der Tour! Gegen Mitternacht beendeten EoG dann den Aben und danach saßen wir dann noch gemülich im Backstageraum beisammen. Ein Fan ließ sich dann von den Greenies den Oberkörper mit Edding tätowieren. Kuddel versetzte einem anwesenden erst 14jährigen Mädel wohl den Schock ihres Lebens. Als sie ihm ihr Alter verriet konterte er trocken, daß die Mädels, als er 14 war "noch nicht solche Glocken hatten!", jaja, die Drummer sind halt sensible und wortgewandte Menschen! Gegen 1.30 Uhr kam Lothar dann mit dem Bus wieder an den Club (er mußte zwei Straßen weiter am Friedhof parken, da vor dem Club kein Platz war). Gemeinsam und mit Hilfe von ein paar Leuten vom Club hatten wir unser Zeug auch recht fix wieder im Bus verstaut und es ging los gen Öschiland. Wir fuhren also durch die Nacht und es wollte sich trotz der späten Stunde noch keine Müdigkeit einstellen (vielleicht war das aber auch nur die Angst vor der ersten Nacht in den sargähnlichen Kojen?). Ich fing im vorderen Bereich des Busses an dieses Tourtagebuch zu Papier zu bringen und in der hinteren Lounge begann etwas, was sich in den folgenden Tagen als "Schwulendisco" etablieren sollte. Da kein Weib an Bord eben nur Wein, Gesang und Gay-Dancing bei entsprechender Beschallung oder auch der ein oder anderen DVD. Um 3.20 Uhr dann kurzer Stopp an ner Tanke, und irgendwann auch in die Koje.- 20/09/2003
20. September; Innsbruck, Hafen (Regenten Pils, Unna)
Das Schlafen in der Koje war nicht ganz so einfach, da an meiner Kopfseite die hintere Lounge anschloß und dort noch bis in die Puppen Entertainment angesagt war. Wundersamerweise war ich dann trotzdem der erste, der morgends um 8.30 Uhr aus der Koje kroch (nennt sich dann wohl senile Bettflucht). OK, also erst mal frisches Textil übergestreift und raus aus dem Bus.... um mich rum nur Gebirge, Bäume und zwischendrin auch noch ne Autobahn... ah, ja, wir stehen auf einem Rastplatz, da kann Koffein nicht weit sein! Gegen zehn Uhr kam dann nach und nach auch der Rest aus dem Bus und wir entern die Toiletten der Edel-Raste zwecks Morgenhygiene. Dort ernten wir natürlich prompt den ein oder anderen schrägen Blick von gemütlichen Urlaubern im Rentenalter... An der Kaffetheke bekomme ich kurz später dann spontan Preisnachlaß von der freundlichen Öschi-Kassiererin - sehe ich irgendwie bedürftig aus? Coolerweise fließt direkt neben der Raste der Inn und erweist sich somit als ideale und idyllische Kulisse für die erste Tasse Kaffe bzw. für viele auch die erste Zippe. In Innsbruck finden wir dann auch bald den Club, allerdings herrscht bei unserer Ankunft noch wildes Treiben und Handeln auf dem großen Parkplatz davor - Flohmarkt, auch cool! Nach 13 Uhr wurde der Platz dann geräumt, wir konnten mit dem Bus andocken und nachdem die Veranstalter erschienen gabs dann auch lecker Brote, Snacks, Kaffee, Obst und Getränken. Es folgte Load-In und ausgiebiges Nutzen der lokalen Duschen. Der Club ist Teil eines ausgedehnten Hallenkomplexes in dem am selben Tag/Abend auch eine riesige türkische Hochzeit und eine Drum'n'Bass-Party stattfanden - Multikulti!
Beim Soundcheck mal wieder die typische Situation, vier Monitore und ausgerechnet meiner ist kaputt! Bühne ist auch eher untypisch: das zentrale Element ist kreisrund und ich hab irgendwie die ganze Zeit damit gerechnet, daß das Ding anfängt sich zu drehen... Seitlich hatte es dann noch nen Anbau, und auf dem war heute das Schlagzeug untergebracht. Heute ist noch eine Berliner Band, Kamikaze 52 mit dabei und die haben ihre liebe Not ihr Equipment auch noch auf der Bühne unterzubringen. Während des Soundchekcs dann die frohe Kunde: die Bundesligaergebnisse: VfB schlägt den BVB und setzt sich an die Tabellenspitze während Bayern gegen Bayer 3:3 unentschieden spielt (Ballack verschießt scheinbar nen Elfer!) und Freiburg gewinnt 2:1 gegen Schalke. Wenn der abendliche Gig also so gut wird wie das Essen (wenn das so weitergeht, dann gibt's in Berlin Pasta mit 17 Soßen) und die Bundesligaergebnisse des Tages, dann lieben wir Österreich! Was beim Soundcheck noch nicht zu erahnen war: Kamikaze 52 waren mal richtig sehenswert! Unverhofft kommt oft. Besonders die asiatisch anmutende Sängerin legte eine Show sondergleichen auf die Bretter, mehrmals nahm sie während des Auftritts ein paar Züge aus ner kleinen Sauerstofflasche - ob nun wegen der Anstrenung oder aus showtechnischen Gründen, kam auf jedenfall krass. Im schwarzen Lackkleidchen, hochhackigen Schaftstiefeln und Torrerojäckchen zog sie alle Blicke auf sich und wurde von ihren Musikern versiert unterstützt, besonders der Basser war der reinste Gott und ich hatte fast Skrupel mir im Anschluß mein Instrument umzuhängen... Tolle Band, nette Leute - kann ich nur jedem empfehlen, besonders live. Die Tour sollte ja in Berlin enden und wir verabredeten uns dort auf ein Wiedersehen.
Als wir dann auf die Bühne gingen und das Intro anlief hatte ich noch so meine Zweifel, ob das so unserer Nacht werden würde, die Leute stiegen dann aber direkt auf den ersten Song richtig gut mit ein, so daß wir uns anstecken ließen und uns im Nachhinein einig waren, daß das der bisher beste Gig der Tour war. Extra für Matze hatten wir die Setlist etwas verändert und W.o.T. raus- und seinen Wunschtitel Ramitan dafür reingenommen. Was jetzt nicht hieß, daß nicht auch Einiges schief gelaufen ist: Kuddel flüchtete gleich beim ersten Song einer seiner Beckenständer und stürzte sich todesmutig vom hinteren Bühnenrand, später verlor er dann nen Stick und auch Joschi und ich hatten so unsere Patzer - vom Vibe- und Spaßfaktor aber: Thumbs up!!
EoG hatten anschließend einen ähnlich guten Tag erwischt und legten einen Traumgig hin, den wir uns fast komplett vom Bühnenrand angesehen haben. Obowhl es versprach ein feuchtfröhlicher Ausklang zu werden, wiederstanden wir tapfer dem Angebot des Veranstalters und seiner netten Freundin anschließend noch mit in die "Abyss"-Kneipe zu kommen - was sind wir doch vernünftig! Wir wollten eben zügig in Heidenheim ankommen, da wir, außer Ernst der im Bus und beim Troß blieb, komplett in die heimischen vier Wände strebten.- 21/09/2003
21. September; Heidenheim, K2 (Drinks nach Wahl an der Theke)
Achim und ich ließen uns also von unseren Ladys in aller Frühe am Club in Heidenheim abholen. Wir haben dann noch gemütlich gemeinsam gefrühstückt und ab gings in die jeweiligen heimischen Duschen. Nachdem die 60 E-Mails und üblichen Internetseiten gecheckt waren und noch etwas gechillt wurde gings mit Achim um 16.30 Uhr wieder ab zum Club. Dort fanden wir einen offenen, bis auf den selig schlummernden Pete aber leeren Bus vor. Die Meute ließ es sich im benachbarten Biergarten gut gehen und genoß den freundlichen Service sowie das schöne Wetter. Ach ja, laut Zeugenaussagen hat Matze eine der Bedienungen (versehentlich?) angefurzt! Manche waren vorher wohl auch schon im örtlichen Hallenbad, nur glückliche und saubere Gesichter ringsum. Das mit den glücklichen Gesichtern änderte sich dann spätestens, als wir den Bus entluden und das Equipment über eine recht enge und steile Treppe in den Club im ersten Stock wuchteten. Danach haben wir uns über die bereitgestellten Leckereien hergemacht und als dann auch unsere Kumpels von End of April ankamen, gabs dann erst mal großes Hallo. Wir hatten Alan und seine Jungs lange nicht gesehen und entsprechend herzlich war das Treffen. Soundcheck war in Lichtgeschwindigkeit erledigt, Dany ist in dem Club quasi Hausmischer, war auch daheim gewesen und war zudem plötzlich doppelt vorhanden: er hatte seinen Bruder Chris dabei, der ihm auf den ersten Blick doch sehr gleicht. Bereits beim Soundcheck von End of April füllte sich der Saal mehr und mehr, die Leute hielten sich dann aber beim Gig der Jungs um Energiebündel (und Ex-Headcrash-Sänger) Alan dann doch sträflich zurück: Banausen!
Ich hatte ja schon im Vorfeld der Tour die dunkel Vorahnung, daß das böse Folgen haben würde... Jedenfalls war ich vor unserem Auftritt "zufällig" in der Nähe als die Rotweinflaschen geöffnet wurden und so ging ich schon mit einem wohligen Gefühl in der Magengegend auf die Bühne, wo mich bereits ein weiteres Fläschchen erwartete. Beste Vorzeichen also, Umbau war problemlos, Dany warf also das Twin-Pekas-Intro an und wir legten los... nur Joschi leider nicht! Sein Amp wollte nicht, quasi Rohr- (bzw. Röhren!)Krepierer, Fehlstart, zurück in die Startblöcke also. Tja, und woran auch immer es gelegen haben mag, es kam jedenfalls nicht so die rechte Stimmung auf. Wir waren also nach dem Gig nicht wirklich zufrieden. Schön war, daß trotz Sonntag über 100 Zahlende gekommen waren, die dann aber auch bei EoG relativ zurückhaltend blieben - warum auch immer (schon den Montag und die Arbeit im Kopf?). Nach der Show wurde jedenfalls trotzdem noch ordentlich gefeiert, besonders Pete wurde von den Greenies ordentlich mit Jägermeister versorgt und hatte bald ordentlich Schlagseite. Gar Unbeschreibliches spielte sich nächtens dann in der Bus-Lounge ab: Während Setzer und Huber sich nen gepflegten Playstation-Battle lieferten bemerkten sie ein inniges Schnarchen von Kuddel und Matze, die, vom Schlaf übermannt, an- und aufeinandergekuschelt schliefen! Das stellte sich dann alsbald als viel interessanter heraus als die Playstation, denn die zwei Drummer wurden dabei immer intimer während Matze auch noch begann im reinsten Hochdeutsch vor sich hinzubruddeln. Hampi dokumentierte mit seiner Digitalkamera also eine Love-Story, die locker BRAVO-Format hatte!- 22/09/2003
22. September; Ulm, Schili (Ulmer Münster Pils, Lager, Desperados)
Wir fuhren, wegen der kurzen Distanz, erst am darauffolgenden Tag nach Ulm weiter, viele nutzen die Gelegenheit und übernachteten noch mal im eigenen Bett und kamen teilweise später nach Ulm nach. Achim und ich haben dann mit dem Veranstalter abgerechnet während ein paar beim Baden waren und unser neues Traumpaar (Kuddel und Matze) schon recht früh im Biergarten angefangen hatten zu turteln - später haben sie sich sogar die Weißwurst-Zeche geteilt...
Später dann also ab auf die A7. In Ulm war der Club schnell gefunden, er lag direkt neben dem bekannten Roxy. Die Räumlichkeiten erwiesen sich recht schnell als nahezu ideal, prima Anlage, nicht zu groß nicht zu klein (ok, für EoG wars auf der Bühne dann doch etwas eng) und ein reisen Parkplatz direkt vor der Tür. Die Veranstalterin Doro führte uns herum, der Backstageraum war in dem hohen Raum über eine Wendeltreppe zu erreichen, wo auch das Pult stand. Dort war alles mit Blumen und Teelichtern dekoriert, wie überhaupt alles sehr liebevoll war. Zu den Belegten gabs frische Ananass und Feigen! Das Wetter war auch traumhaft und so saßen wir gemütlich vor dem Club und ließen es uns gut gehen. Soundcheck war noch nicht möglich, da keine Band komplett anwesend war. Überraschend bekamen wir dann nachmittags noch Besuch von einer Fotoredakteurin vom Legacy, die einen ganzen Rucksack voll mit EoG- und auch ein paar Udt-Bildern hatte. Die waren zum Teil von zurückliegenden Summer Breeze-Shows und die Lady schien wohl eine gewisse "Schwäche" für den zotteligen EoG-Guitar-Hro Setzer zu haben, denn 80% der Bilder zeigten ihn...
Etwas mysteriös war, dass man auf Nachfragen nach dem späteren warmen Essen immer nur ein geheimnisvolles "Wird nicht verraten!" zu hören bekam.
Im Vorprogramm waren heute Ms. Wednesday aus Schwäbisch Hall mit dabei, die sich als nette Zeitgenossen herausstellten. Da die Bühne keinen Platz für zwei Drumkits bot würden wir später aufwändig umbauen müssen, aber da gibt's ja mal echt Schlimmeres. Mir wurde es in der Sonne etwas zu stechend und so verzog ich mich in den Bus um zu lesen bzw. hieran weiter zu schreiben. Als ich dann später wieder zum Club kam, wurde da gerade der erste Gang aufgetischt - kein Scheiß! Doro und ihr Dream-Team hatten ein mehrgängiges Menü zusammengestellt, inklusive Menükarte und Kerzen auf den Tischen! Das sah in etwa so aus: Hors-d'Oeuvre: Spargelcremesuppe und gemischter Salat mit diversen Beilagen; Menu principal: Tortellini mit Käse- bzw. Fleischfüllung, Frischer Blumenkohl und Brokkoli, Rahmgemüse, Buttergemüse, dazu wahlweise Tomaten- oder Käse-Sahne-Soße; Dessert: Mousse au Chocolat. UNFASSBAR!
Ebenso erfreulich war dann, dass trotz Montag über 100 Leute zur Show kamen und die Bands ordentlich abfeierten. Der Abend wird auf jeden Fall unvergesslich bleiben, nie zuvor sind wir so herzlich empfangen und betreut worden. Der Gipfel war, als wir nach nem gemeinsamen Abschiedsumtrunk an der Theke dann vom gesamten Team vor dem Club mit einer LaOla-Aktion verabschiedet wurden. Gut in Erinnerung wird wohl auch eine der Mitarbeiterinnen bleiben, die mit uns munter Vodka gebechert hat und in der Folge "etwas" hemmungslos wurde und zwei Musikern doch deutliche Angebote machte. Merch-mäßig die beste Show für Udt, das erste und einzige Mal mehr verkauft als EoG! Im Bus saßen wir später noch lange bei Vodka-Eistee und erstanden an ner Raste sogar noch nen Namenswimpel für Uns-Loddar (unseren Busfahrer).- 23/09/2003
23. September; Bamberg, Live Club (Privatbrauerei Leikheim Premium)
Gegen 5.30 Uhr in der Früh kamen wir dann in Bamberg an, mit letzter Kraft lotste ich den Busfahrer mittels der Wegbeschreibung durch die Altstadt bis wir dann kurz vor dem Club doch die Waffen strecken mussten: der Club lag in einer Gasse, in die man mit dem Bus gar nicht hineinfahren durfte. Wir parkten/schliefen also am Hallenbad und nach wenigen Stunden war ich dann gegen 10 Uhr schon wieder auf den Beinen. Das Wetter war nicht mehr ganz so klasse, wie in den letzten tagen, Regen und Wind ließen uns die Jacken auspacken. Ein Teil fiel dann ins Hallenbad ein, ich machte mich mit Setzone ins Städtchen auf um Koffein zu erbeuten. Wir fanden dann auch ein erträgliches Café, das dann später auch noch ein paar Jungs vom Tross fanden und sich zu uns gesellten. Danach kurz die FuZo gecheckt und ich war dann zum ersten (und wohl auch letzten) Mal im Kochlöffel (ein Fast Food Restaurant) um meine Mails zu checken. Danach gings wieder zurück Richtung Bus (mit einem kurzen Stop in nem Second-Hand-CD-Laden). Und dann ab zum Club. Hier hieß es dann schnell ausladen, da der Bus ja eigentlich gar nicht hätte hier sein dürfen...
Der Club erwies sich als riesig, bestimmt locker gut für 600 Leute. Riesen Bühne, klasse Anlage und im Innenraum links und rechts je zwei große Podeste/Stufen über die ganze Saallänge, fast wie ne Arena. Weiter hinten gabs dann auch noch ne Bar und Sitzgelegenheiten. Der Veranstalter war total nett und wir fühlten uns spontan recht wohl, wenn auch der Backstageraum dem Namen nicht so wirklich gerecht wurde - es handelte sich um ein getarnte Mixtur aus Getränkelager und Werkstatt. Warmes Futter (natürlich... Pasta!) gabs über die Strasse in ner gemütlichen Kneipe namens "Stilbruch". Die Krönung waren aber die "Fußballtore" in den Pissoirs, wo man mittels gezieltem Strahl den an ner Schnur aufgehängten Ball in die Ecke setzen konnte - cool!
Als Vorgruppe waren heute Parklane 7, vier junge Herren aus Bad Mergentheim, mit dabei. Sie waren zwar recht spät dran, es ging dann aber doch noch alles glatt über die Bühne mit Soundcheck etc. Für ihren Auftritt gabs von den Anwesenden auch brav Applaus. Die Anwesenden... der einzige kleine Haken des Abends, ich sag mal Klasse statt Masse. Wir hatten etwa 60 Zahlende, aber hey, es war schließlich Dienstag und wir sind nicht Metallica... Und wie gesagt, Klasse statt Masse, denn die Leute, die da waren gingen auch respektabel mit und ab und standen wie ein Mann hinter Udt und EoG. Ich hatte vor unserem Gig so meine Zweifel, ob wir uns nach der coolen Show vom Vortag auch entsprechend motivieren können würden, aber kaum hatten wir losgelegt, waren diese Bedenken verflogen und laut Zeugenaussagen sind wir sehr gut rübergekommen.
Genauso gings dann auch mit EoG weiter, durch die Gigs der zurückliegenden Tage war man quasi ein "geöltes" Maschinchen und die Herren überzeugten erneut auf der ganzen Linie. Bei Onkel Huber zeigten sich allerdings erste Stimmprobleme durch die Dauerbelastung durch allabendliches Singen (und Feiern) - und das trotz Präventivmaßnahmen wie z.B. Inhalieren und Teetrinken.
Alles in allem also wieder ein toller Abend mit vielen netten Leuten. Sahnehäubchen war wohl der "kranke bzw. spendable" Addams-Family-Flipper im Club: 50 Cent reingeschmissen und 30 (!) Credits bekommen! Wir waren dann auch fast alle etwas angeheitert und für den Veranstalter hat sich die Doppelnutzung Werkstatt/Backstagebereich noch latent gerächt: irgendwann haben wir mal angefangen alles Mögliche mittels eines Tackers an die bereitgestellten Biertische und -bänke zu heften; ob nun Plastikschüsseln oder Obst, alles wurde gegens Abstürzen "gesichert". Gegen zwei Uhr wurde dann geladen und ab gings ins Zentrum des Bösen, der Heimatstadt des FC Bayern...
Im Bus dann die mittlerweile schon legendäre Stripeinlage von Michèlle beim Busfahrer. Er stürmte irgendwann mit den Worten "Wer hat hier nen Stripper bestellt?!" in die vordere Lounge und zum perplexen Lothar - während der Fahrt und leichtest bekleidet. In der hinteren Lounge war auf mysteriöse Weise ein sehr anatomiebetonter und fast textil- bzw. dialogfreier Film aufgetaucht - das scheint ein häufiges Phänomen in Nightlinern zu sein...
Ich hatte heut im Club aber schon genügend Kartoffeldestillat und noch dazu in der vorherigen Nacht recht wenig von meiner Koje gesehen, dass ich mich recht bald in selbige aufmachte.- 24/09/2003
24. September; München, Keller (Spaten Hell, bzw. free Drinks an der Bar)
Gegen 10 Uhr wachte ich auf und wir waren schon auf dem Clubgelände - Reisen wie es sein soll! Wie sich zeigte war der Club auf dem "Optimol"-Gelände, wo sich auch diverse andere Clubs und Kneipen angesiedelt hatten. Ganz instinktgesteuert hab ich dann in einer Eckes des Areals auch gleich ein Restaurant gefunden, das schon (noch?) offen hatte. Beim Betreten wies mich der Wirt dann auch gleich darauf hin, dass es vor 11 Uhr nur Kaffee gibt, fein, was anderes wollte ich auch gar nicht! In einer Ecke lungerten auch schon zwei düstere Gestalten herum: Joschi und Matze. Zwei Kaffee kamen dann auf 5 Euro, Weltstadt mit Herz eben, ich wollte das Getränk, nicht die Plantage kaufen! Die erwähnte Weltstadt haben sich ein paar der Jungs dann auch angeschaut, gegen Mittag gingen wir dann in die naheliegende Bahnhofs-Passage zwecks was kleinem zu Essen. Irgendwann kam dann auch die PA und wir konnten im kleinen, aber feinen Club mit der täglichen Ausladen-Aufbauen-Soundcheck-Routine beginnen. EIGENTLICH sollten ja heute Sleepingodslie mit uns spielen, Achim hatte das wohl mit Claudia, der Veranstalterin auch mal prinzipiell gecheckt und ging dann davon aus, dass das auch wahr wird. Die Band wusste nur leider nichts davon und so war der Drummer auch prompt im Urlaub! Also keine Vorband, auch gut...
Wie schon am Tag zuvor war ich im Vorfeld eher skeptisch, ob der Gig cool wird, schließlich spielen in der Stadt jeden Tag dicke Ami-Bands und ich war doch arg am Zweifeln, ob da zwei schwäbische Combos viel Publikum locken würden. Im Vorfeld war zudem die Cateringliste komplett gestrichen worden, nix zu essen also und für jeden nur Getränke-Gutscheine im Wert von 10 Euro (nebenan wären das immerhin vier Kaffee gewesen!), nen eigentlichen Backstageraum sollte es auch nicht geben... Das alles wurde im Club aber fix relativiert, denn die zweite Theke war heute nicht geöffnet und konnte abgetrennt und als Backstageraum verwendet werden und auch die vermeintlich knapp bemessenen Getränkebons erwiesen sich als durchaus rauschtauglich: es kostete nämlich alles nur einen Euro! Etwas verwirrt war ich dann später, als ich die Veranstalterin an der Kasse nach den aktuellen Zahlenden fragte und sie stolz verkündete "Schon 27!", na ja, wenn 27 schon cool sind, dann würden es wohl nicht viele werden...
Es war dann aber schlichtweg DER HAMMER!!! Sowohl bei uns als auch bei EoG gings volle Lotte ab, viel Bewegung in den ersten Reihen und nach der Show allerorten Schulterklopfen, wir konnten es kaum fassen! Für mich die beste Show auf der Tour, und nicht nur weil der Gig cool war, sondern auch weil so viele liebe Leute am Start waren, u.a. mein Freund der Dude und unser ehemaliger zweiter Gitarrist aus den Anfangstagen der Band. Der Gipfel der Dreistigkeit war dann aber die Lady, die einfach in den Backstageraum stiefelte, sich nen Koffer samt der dazugehörigen Gitarre von EoG schnappte und damit abzog! Draußen lief sie dann an Hampi vorbei, der im ersten Moment dachte, dass sie zur Vorband gehören müsse - bis ihm dann einfiel, dass wir heute gar keine hatten! Die Ische stand dann seelenruhig ganz in der Nähe bei ner Gruppe Jungs und hatte die Gitarre vor sich auf dem Boden abgestellt. Hampi dann also hin und sie gefragt, was sie denn da für ne Gitarre hat, sie dann so: "Was für ne Gitarre?" Berechtigterweise wurde sie in der Folge "etwas" beschimpft und von der Gitarre "befreit" - Sachen gibt's... Unsereiner hatte seine kompletten Gutscheine in leckeren Rotwein investiert und wurde von Danny (ein Bühnentech, den ich vom Summer Breeze her kenne) auch noch zum ein oder anderen Gläschen eingeladen - Guess who was loaded? Nach herzlichen Abschiedsritualen gings ab auf die Autobahn gen Würzburg.- 25/09/2003
25. September; Würzburg, B-Hof (Jagdherren Pils / Becks)
Eindeutig zu viel getrunken und trotzdem als erster aus den Federn! In der Nacht hatte wohl irgendjemand den Mülleimer in der Bus-Toilette zweckentfremdet und reingegöbelt und da ich ausnahmsweise mal ordentlich einen in der Krone hatte, wurde mir das in der Folge angedichtet, ich kann mich aber beileibe nicht daran erinnern und hab sonst eigentlich alles von der Nacht noch parat... ich plädiere auf nicht schuldig!
Also, 9 Uhr in der früh, ich fand unseren Bus, wie am Tag zuvor mit dem Fahrer ausgemacht, vor dem Nautiland (einem Erlebnisbad das einem Namen später alle Ehre machte) geparkt wieder. In den Taschen herrschte langsam gähnende Leere und so machte ich mich erst mal in Richtung Stadtmitte auf die Suche nach nem Automaten um mir wieder Bares in die Taschen zu zaubern. Mit jedem Schritt in diese Richtung war ich mehr begeistert von der Stadt, ich hatte dunkel in Erinnerung, dass sie wohl im Krieg derbe zerstört worden war, ich fand jedoch eine wunderschöne Stadt umrahmt von Weinbergen und idyllisch am Main gelegen vor. Auf dem Rückweg zum Bus trabte ich dann ausgerechnet in die Bäckerei, die just an dem Tag prämiert wurde - und ich dachte schon die Kameras wären wegen Udt am Start! ;O)= Es gab aus diesem Grund aber lecker Kekse und Mini-Berliner umsonst und Würzburg wurde mir immer sympathischer! Am Bus waren dann auch schon ein paar der fahrenden Rocker wiederauferstanden und so gings zusammen mit Achim und Joschi ab ins Erlebnisbad. Duschen, Schwimmen und ein sehr liebevoll gestalteter Bereich mit Massagedüsen, Whirl-Liegen, Strömungskanal... schee!
Beim Verlassen des Parkplatzes haben wir uns dann richtig mit dem Senior-Drachen in der Schachtel am Ausgang gestritten. Die wollte irgendwie endlos Kohle von uns haben (da wir mit dem Bus ja auch den Platz von fünf PKWs eingenommen haben!), unser Tourmanager hat dann aber vehement die harte Sau raushängen lassen (ganz süß in Hochdeutsch!) und sie runtergehandelt (wie, Du willst nicht Feilschen?). In der Innenstadt hatten wir dann bis 15 Uhr Auslauf bevor es mit dem Veranstalter (Fabs von Stormwitch, Runamok, Fallen 2 Pieces) als Lotsen an Bord gen Club ging, der quasi direkt gegenüber der Residenz liegt - sehr schöne Aussicht, besonders Abends, wenn das Gebäude effektvoll angestrahlt wird. Der B-Hof ist ein sehr schönes Jugendhaus, quasi komplett unterirdisch und somit nicht wirklich angenehm zum Equipment reinladen - tonnen Treppen und weit und breit kein Aufzug! Der Konzertraum ist ganz unten in nem coolen Gewölbekeller. Der Sound war dementsprechend etwa strange, aber auch nicht wirklich schlecht... irgendwie nur sehr laut. Soundcheck war kurz und problemlos und so hatten wir noch ne Menge Zeit die vielen Angebote des Hauses zu nutzen: Kicker, Internet, Playstation 2, Billard, Zeitschriften und Kaffee - alles umsonst! Es hätte also alles so gut werden können, Fabs hatte als pastageprüfter Musiker sogar höchstselbst für nudelfreies Essen gesorgt! Vorgruppe war heute Danys Band Chainway und während ihrer Show saß dann Danys Bruder Chris hinterm Mischpult. Da sich die Brüder recht glichen wurde Chris früher am Abend doch gleich mal von unserem lieblichen Busfahrer angemacht, als er sich am Bus (der nicht am Club parken konnte) nach dem Weg zum Club erkundigt hat. Die Chainway-Show wurden aufmerksam beobachtet, brav beklatscht und sie haben auf jeden Fall mich total begeistert, bei den anderen Zuschauern herrschte dann doch der Schreck vor, war aber auch ein recht unerwarteter Brocken a la Dillinger und Konsorten, den die Zuschauer da zum Schlucken bekamen. Nach der coolen Show wurde es definitiv endlich Zeit für ein Shirt der Heidenheimer! Danach gings dann auch mit uns drei aus Schwabistan weiter. Wir waren mehr als motiviert, nachdem München so gut zu uns war und wir in der Nacht davor so viel Spaß hatten. Sound war gut, sogar der Bassist hat gar nicht mal allzu viel Mist gespielt - die Würzburger nahmen uns trotzdem mehr als reserviert zur Kenntnis, wer weiß warum... Auch bei EoG hat sich das später nicht groß geändert, ist aber bei Konzerten dort oft so... aha, auch gut... Zusammenpacken, das Zeug die Treppen hoch wuchten, einladen und nichts wie weg hier!- 26/09/2003
26. September; Münster, Live-Arena (Löwenbräu / Fosters)
Es war keine allzu lange Fahrt von Würzburg nach Münster und da unser Fahrer den Club von ner anderen Tour her schon kannte, gab es auch keine Probleme mit dem Hinfinden. Es handelt sich hier auch nicht um das Münster in Norddeutschland, sondern das gleichnamige Dorf in der Nähe von Darmstadt. Der Club ist in nem Industriegebiet und wir waren sehr erfreut, als wir in der Nachbarschaft sowohl ein Hauptquartier der Hells Angels als auch ein "Apart Hotel am Wald" entdeckten. Bei dem Hotel wollten wir uns dann zum Duschen einmieten, mussten dann aber erfahren, dass da nur zur Tarnung Hotel dransteht, drinnen wurden Pornos gedreht... nee, es handelte sich um ein ganz normales Wohnhaus, nur sind die wohl in Industrie- bzw. Gewerbegebieten nicht gestattet und so hat man aus dem Wohnhaus eben fix ein Hotel gemacht, Hotel=Gewerbe=kein Problem... Deutschland!
Vom Club war leider noch niemand am Start und so stifteten wir unseren Busfahrer zu einem Abstecher ins nahegelegene geheime Welthauptdorf an, wo wir wie die Heuschrecken über einen ahnungslosen Tengelmann herfielen. Auf der Rückfahrt zum Club hat sich so mach einer ob der holprigen Straßen und schwungvollen Fahrweise von "Uns-Lothar" mit seinem Einkäufen eingesaut, besonders die Mama Chocolata sah aus, als hätte sie grad ein Porno-Finish hinter sich mit den Spritzern Buttermilch auf den schwarzen Klamotten.
Irgendwann war dann auch tatsächlich mal der Club offen und stellte sich als wirklich imposant dar, ideal für Konzerte und liebevoll rustikal und mit viel Holz eingerichtet. Die Räume abseits des Publikumsverkehrs sahen allerdings aus wie Bombe und so waren Backstageraum und Catering auch am untersten Level (bis zur Unkenntlichkeit zerkochte Spaghetti in ner schäbigen Plastikschüssel, die eher nach Hundenapf aussah...). Da der Soundcheck wieder recht zügig erledigt war, machten wir uns auf die Suche nach Beschäftigung im Club und entdeckten die DJ-Kanzel mit ner Menge CDs... und schon legten wir munter Metal-CDs auf und "peppten" sie mittels des Pitch-Reglers komödienmäßig auf: Biohazard in langsam macht z.B. ne recht gute Doom-Band! "Schon" gegen 19.30 Uhr erschien die vom Club dazugebuchte Vorgruppe des Abends namens Broken. Und sie hatten trotz andersartiger Abmachung kein Schlagzeug, keine Boxen und keinen Mischer dabei - tollo! Nach ein paar ratlosen Minuten schnappten sie sich das in einem Nebenraum abgestellte Drumkit und benutzten EoGs Boxen mit. Ausgemacht war 22 Uhr Start Broken, um 23 Uhr dann Udt und um 24 Uhr dann EoG. Gegen 22.45 Uhr begnügte sich die Vorband dann schon auf die Bühne wo sie für recht erträgliche Mucke a la Pearl Jam sorgten. Unverschämt war dann aber trotz der Verzögerung ne volle Stunde zu spielen, besonders, da Setzone unmittelbar vor der Show noch mit deren Drummer gesprochen und sie sich auf ne halbe Stund geeinigt hatten.
Wir hatten im Anschluss durchaus unseren Spaß, der Club glänzte mit Top-Anlage und super Sound, leider hatte er rund um die Tanzfläche und an der Theke auch viele gemütliche Sitzgelegenheiten und so erhoben sich leider viele nicht von ihren Plätzen. Auch bei EoG war das dann später ähnlich, aber wahrscheinlich hatten die Zuschauer alle ne harte Woche im Büro oder wo auch immer gehabt...
Vor der Show hatte ich ein Interview mit einem sehr freundlichen Menschen von einem Online-Mag, der mir leider auch erzählte, dass der Club niemals nicht ordentlich Werbung macht. Wenn man sich die Besucherzahl (um die 100) anschaut und zudem bedenkt, dass Wochenende war, dann muß man ihm wohl recht geben, schade auch, die Voraussetzungen waren eigentlich ideal.
Matze sah man den ganzen Abend glücklich grinsend in Gesellschaft einer zierlichen, rothaarigen Lady, die aber wohl mit ihrem Freund da war - auch wenn das nicht wirklich so aussah! Achim, Huber und ich hatten noch mal Besuch von unseren Ladies und jemand vom Metal Heart war wohl auch da - den Bericht hab ich später nie zu Gesicht bekommen, hat den jemand? Anyway, auf gings nach Belgien!- 27/09/2003
27. September; Lembeke, Belgien (Tuborg und vieles Anderes)
Ich erwachte vom Geschrei des Tourmanagers, der verkündete, dass man jetzt duschen könne. Wir befinden uns an ner Raste in der Nähe der Deutsch-Niederländischen-Grenze. Ein Großteil der rockenden Besatzung pult sich also folgsam aus den Kojen und wankt mit entsprechender Ausrüstung beladen los gen Dusche. Dort stellt sich dann heraus, dass es nur eine einzige Dusche gibt und wir also brav nacheinander in den Genuss des säubernden Nass kommen würden. Zwei Stunden später gings dann auch schon weiter. Auf dem Weg durch Holland und später Belgien sahen wir haufenweise Kühe und irgendwann hatten wir bloß noch den Wunsch, dass bitte Abends ebenso viele Leute zur Show kommen mögen, wie wir auf der Fahrt dorthin Kühe gesehen haben! Wir gurkten endlos über Landstraßen und schauten uns in der hinteren Lounge u.a. das Video vom Summer Breeze 2002 und The Ring an. Als wir schließlich in Lembeke am Jugendhaus ankamen, wurden wir von dort zum Sportplatz gelotst wo ein Zelt für die heutige Show aufgebaut worden war - im September!!! Die Veranstalter sind riesige EoG-Fans und gaben sich alle Mühe. Es gab lecker Essen (wenn auch viel zu knapp vor der Show) und da wir schon auf ner Sportanlage waren, kam es zu einem improvisierten Tennismatch (mit Holzbrettern als Schläger) zwischen mir und Setzer bzw. später dann Hampez. Die örtliche Vorband Solifuga ist die Death Metal-Combo der Veranstalter und nach ihnen legten wir uns dann mächtig ins Zeug. Ich für meinen Teil konnte währen der gesamten Show kaum die Zuschauer sehen, denn das Licht kam zu 100% von Vorne, zwischen den Songs bekommen wir aber gut Applaus und können uns allgemein über unserer erste Show in Belgien nicht beklagen.
EoG haben anschließend leichtes Spiel und werden nicht ohne Zugabe(n) von der Bühne gelassen. Bei unseren Ansagen und auch denen von EoG haben sich mit der Zeit der ein oder andere Running-Gag etabliert: Merkle hat jeden Abend Geburtstag (138., 151. usw.) und Joschi bittet immer wieder mal um Erleichterung für unseren schwer Stangenfieber geplagten Drummer, der ja seit ein paar Tagen solo ist und somit "dicke Eier" habe... fand der Kuddel glaub ich nicht immer ganz so witzig wie wir!
Und wenn das Zelt auch nicht ganz gefüllt war, die anschließende Aftershow-Party im benachbarten Tennisheim war mal wirklich nicht von schlechten Eltern! Die freundlichen Belgier schafften immer wieder kistenweise (Stark-)Bier heran und waren derart fröhlich und wohlgelaunt, dass ich mich, in Anbetracht der Show am nächsten Tag, irgendwann gegen drei Uhr aus reinem Pflichtbewusstsein in den Bus verzog. Merkle wurde dann in irgendeinem einheimischen Ritual mit Bier getauft - weil er schließlich ja Geburtstag hatte! Fahren wollten wir dann auch ausnahmsweise erst am nächsten Tag, denn Solingen war jetzt auch nicht soo weit weg. Kaum eingenickt wurde ich auch schon wieder unsanft aus dem Schlaf gerissen. Unser Busfahrer hatte deutlich zu viel Biers geladen und prompt angefangen sich mit nem Mitglied unserer Crew überworfen und liess sich partout nicht beruhigen. Tja, manche Leute entwickeln sich im alkoholisierten Zustand leider zu veritablen Arschlöchern. Ach ja: der VfB gewann an dem Abend 3:0 gegen 1860, hehe - da liess die zweite Liga schon mal grüßen!- 28/09/2003
28. September; Solingen, Dragon Club (Früh Kölsch)
Obwohl die Strecke auf der Karte richtig kurz aussah und es auch keine außergewöhnlichen Verzögerungen gab, kamen wir erst gegen 16 Uhr am Jugendhaus an. Dort wurden wir vom Veranstalter Marcel mit Kaffee, Tee, Snacks etc. begrüßt. Soweit so gut, weniger gut waren die frohen Botschaften, die uns Marcel in der Folge überbrachte: Es wurden keine Plakate geklebt, er hat keinen Vertrag bekommen und die PA verdiente den Namen in keinster Weise! Der Konzertraum war an sich sehr fein, nur sollten wir nicht auf der Bühne sondern davor ebenerdig mit den Zuschauern spielen - s t r a n g e!!!
Soundcheck war dann ja wohl auch weniger nötig und so machten sich Hampez, Matze, Setzer und ich auf um in der FuZo eine Premiere-Kneipe zwecks Bundesligakucken aufzutreiben. Nach einiger Sucherei entdeckten wir dann auch ne entsprechende Kneipe und hätten auf einen Schlag 30 Millionen Dollar verdienen können! : Der Wirt sah original aus wie Saddam Hussein!!! Da wir aber eh keine Freunde von George W. sind, haben wir ihn nicht verraten und während der Übertragung sogar ein paar Bier bei ihm getrunken. Zurück am Club waren Koroded kurz vor 20 Uhr noch am Soundchecken - dachte ich! Die hatten dann aber tatsächlich schon angefangen zu spielen, da sie am nächsten Tag früh zur Arbeit raus mussten. Gegen 21.30 Uhr legten wir dann los und wenn es von den Zuschauerzahlen wohl der Tiefpunkt war, so hatten wir doch ne Menge Spaß. Ganz nach Murphys bekannten Gesetz fiel dann während unserer Show auch noch der Strom am Mischpult bzw. für die "PA" aus und so versuchten wir die Leute ca. 10 Minuten lang mit Unplugged-Versionen und Scherzen bei Laune zu halten. Danach war es natürlich nicht ganz einfach wieder in die rechte Spiellaune zu kommen. Bei EoG fiel dann direkt beim ersten Song der Bass aus, lag glücklicherweise nur am Kabel, war also schnell behoben. Kurz vor Schluß riss dann bei Merkle noch ne Saite und er spielte den Gig mit Hubers Gitarre zu Ende, we had some fun with Murphy in Solingen! Ein Freund von Setzone hatte das Ganze wohl schon geahnt und hatte als Gegengift eine Flasche Jägermeister mitgebracht - aus medizinischen Gründen haben wir uns dann brav unsere Ration einverleibt, tapfer diese Metal-Heads!- 29/09/2003
29. September; Aachen, Musikbunker (Bitburger / Früh Kölsch)
Koroded-Jan hatte uns am Vorabend schon den Weg zu den Carolus-Thermen beschrieben und so ließen Achim, Matze, Hampez, Merkle, Joschi und ich den Tag entspannt angehen. Neun Euro für zweieinhalb Stunden Badespaß schienen zwar etwas hochgegriffen, aber im Nachhinein ging das völlig in Ordnung: ich hab selten ein so aufwändig (im römischen Stil) gestaltetes Bad mit so vielen Angeboten (Whirlpools, Außenbecken, Strömungskanal, Duftdampfbad, Sauna etc.) gesehen.
Danach gings dann auch direkt zum Club, wo uns Jan schon mit nem riesen Haufen Catering erwartete - allerdings im Bus, denn in den Club durften wir erst gegen 18 Uhr. Danach gingen manche noch mal etwas Schlaf in ihrer Koje suchen oder in die Stadt, wir schauten in der hinteren Lounge Tool-Bootlegs, Johnny Cash-Videos und Kyuss Live auf dem Bizarre. Wie der Clubname schon andeutet, es handelt sich um eine labyrinthartige Bunkeranlage und so wurde der Transport der Boxen und des Equipments auch zu ner echten Plackerei... Udt hatten bereits zweimal hier gespielt, jedoch immer im großen Club, heute dann also erstmals im benachbarten Café. Die Bühne war vorne etwa 2 Meter breit, ging jedoch gute sechs Meter in die Tiefe, anders herum wärs cooler gewesen... Kuddel saß also am Ende einer Art Tunnel und ich hatte vorne neben Joschi kaum Platz ohne Gefahr zu laufen, dass wir uns mit unseren Instrumenten aufspießen. Der Sound auf der Bühne war dem merkwürdigen Raum entsprechend. Naja, Rock'n'Roll eben...
Gegen 21 Uhr legte Mighty mit seiner Redrum Inc. los, sehr schön, dass es mit ner gemeinsamen Show auf der Tour hingehauen hat! Trotz der erwähnten Sound-Defizite hatten wir und das Publikum unseren Spaß. Als ich Joschi während des Gigs auf die Schulter tippte um ihm was zu sagen, drehte er sich fix um und schaffte es dabei doch tatsächlich mir mit seiner Gitarre eine mitzugeben - wie oft er sich das in den über zehn Jahren Bandgeschichte wohl gewünscht hat?! ;O)=
EoG waren latent vom nachmittäglichen Vodka-Konsum gezeichnet, alles in allem aber wieder ne runde Sache. Vor allem ein echt cooler Sound, denn was sich auf der Bühne recht dumpf anhörte, kam beim Publikum sehr klar und kontrolliert an! Heute schnappte sich dann Setzer Hubers Gitarre, die Saiten litten wohl unter der Tourbelastung... Es zeigten sich langsam erste Risse im Befinden, der ein oder andere war leicht angegrippt, der moralische Verfall war nicht mehr zu kaschieren (Vodka zum Mittag) und zwei dem Autor namentlich bekannte Leute verirrten sich doch nachts tatsächlich noch in ne Strasse mit so beleuchteten Schaufenstern in denen leicht bekleidete Damen saßen und sich feilboten, jaja, das Stangenfieber...- 30/09/2003
30. September; Köln Underground (Gilden-Kölsch)
Hier waren wir bereits vor einem Jahr schon mal mit dem selben Package zu Gast. Damals hatten wir 70 Zahlende, allerdings war das auch an nem Freitag. Auf der Gästeliste wars heute auf jeden Fall eng, da standen bei Ankunft schon mehr Leute drauf als in Solingen gezahlt hatten... Nach einem kurzen Koffein-Stopp an ner Raste kamen wir dann gegen 14 Uhr am Club an und nutzen einer nach dem anderen die Duschmöglichkeiten. Huber sah aus wie ne Katze, die mitten im Mausrunterschlucken der Appetit verlassen hat: aus seinem Mundwinkel hing stets ein Stück Schnur. Was daran lag, dass der Arme von Zahnschmerzen geplagt wurde und deswegen nen Teebeutel am Zahnfleisch trug. Ich hatte später in der Lounge ein sehr ausführliches Interview mit Emrah vom Mainstage über das ich fast die Showtime vergessen hätte und deswegen irgendwann mal vom Joschi im Bus abgeholt wurde. Die Show war dann sehr fein, Köln ist wieder gut zu uns, es waren sogar mehr Leute da als beim ersten Mal! EoG bzw. Huber haben dann deutliche Probleme, der Zahn scheint ihn ordentlich zu quälen und es kommt nicht so die übliche Magie auf... Schön war aber, dass viele Bekannte da waren, u.a. Björn von Nightingales/Killustration, Bekannte von Roadrunner, Koroded-Boys, Antonia und Jörch von den Supersomas usw. Gegen später dann noch ein weiterer Schock, irgendein Held hat reihenweise Autos aufgebrochen und sie leergeräumt, u.a. das von Antonia und von einer Bekannten der Mama Chocolata, ärgerlich!
Da es den leckeren Imbiss vom Jahr zuvor am Underground mittlerweile leider nicht mehr gibt, machen sich Achim und ich nach der Show noch auf die Jagd und landen in einem Döner-Laden, fast besinnlicher Abschluss des Abends als wir durchs nächtliche Köln zum Buss zurück traben. Ach ja: nen Passagier mehr hatten wir auch plötzlich: die zierliche "Bekannte" vom Matze vom Gig in Münster. Sie hatte wohl plötzlich keinen Freund mehr und füllte ab sofort die von Matze ohnehin nur zur Hälfte benötigten Koje mit ihm aus.- 01/10/2003
1. Oktober; Lindern, Teestube (Becks)
Die Fahrt nach Lindern verläuft ereignislos, wir waren alle recht geschafft von den vorherigen Tagen und wunderten uns nur, dass die Straßen immer schlechter wurden, je näher wir Lindern kamen. Es stellte sich dann als sehr kleine Stadt heraus und der Club war von Außen auch gar nicht als solcher zu erkennen und stellte sich als größerer Partykeller heraus. Somit konnten wir mit dem Bus auch nicht direkt an den Club fahren, sondern mussten das Equipment ein Stück schleppen... Das war aber gar nicht mal das größte Problem denn Hubers Zahn-Befinden hatte sich weiter verschlimmert und Achim tat das einzig richtige: er ordnete einen Zahnarztbesuch an. Während wir aufbauten und Soundcheck machten, ließ sich Huber also den Kiefer inspizieren während Achim mir ab und an per Handy den neusten Stand mitteilte. Es sah ne ganze Zeit so aus, als ob Huber wohl eine verkürzte Show machen würde. Wir bestellten als beim örtlichen Pizzaservice munter Essen und obwohl das Essen bestimmt nicht schlecht war, so verging den meisten von uns dann doch der Appetit, als Achims nächster Anruf die Hiobsbotschaft brachte: Huber würde nicht nur die heutige Show nicht singen können sondern auch den Rest der Tour ausfallen - was gleichbedeutend mit dem Ende der Tour war! Wir waren alle ordentlich betrübt, es flossen Tränen und wir stellten einen Plan B für den Abend auf. Der sah so aus, dass wir den Headliner machen würden und EoG vor uns ein sehr stark gekürztes Set mit Joschi am Mikro spielen würden. Das klappte auch recht gut, Joschi schlug sich beachtlich, die Leute waren begeistert und auch bei uns gabs ordentlich Beifall. Allerdings war schon deutlich die Luft raus und da half auch der Champiosnleague-Erfolg des VfB nicht wirklich drüber hinweg. Im Nachhinein kann ich mir auch gar nicht mehr erklären, wie wir im Anschluss noch mit Leuten vom Ort in deren Proberaum wandern konnten. Der sollte nur ein paar Minuten zu Fuß weg sein, waren dann aber de facto gute zwanzig Minuten und wir haben nach ein paar Bier und ein paar schrägen musikalischen Experimenten recht zügig den Rückweg zum Bus angetreten. Und im Bus war die Stimmung dann natürlich mehr als gedrückt, die letzten Gigs der Tour waren sehr vielversprechend, in Buxtehude wollten wir ja eh schon immer mal spielen, Salzgitter war immer cool und Berlin wäre der krönende Abschluss gewesen - DAMN!!!
Naja, ein paar Stunden später waren wir wieder in der Heimat und hatten wohl alle so unsere Probleme wieder ins "normale" Leben zurückzufinden.
Ich denke es war für beide Bands und auch die Crew eine wunderbare Zeit und für mich wird das alles auf jeden Fall unvergesslich bleiben - noch mal Dank an ALLE, die Fans, die Jungs, die Crew, die Veranstalter usw., das war ganz groß!
Und wenn ich heute so hier sitze und nach einem Jahr endlich alles abtippe (geschrieben habe ich das größtenteils nachts im Bus in ein extra dafür mitgenommenes Blankbook) schleicht sich neben dem latent schlechten Gewissen wegen der "leichten" Verzögerung auch sofort wieder eine gewisse Wehmut ein...
Tja, eigentlich wollten wir die versäumten Shows nach der Genesung von Michèlle auch nachholen aber dann ist das vor lauter Trubel doch irgendwie unter gegangen. Huber ist zahntechnisch glücklicherweise wieder völlig hergestellt aber bei uns ist dann unerwartet der Kuddel ausgestiegen und wir sind mittlerweile mit Rainer zu ganz neuer Kraft erstarkt, könnt Ihr Euch gerne bei ner Show mit neuem Material selbst ein Bild machen, ich denke die neue CD wird Mitte 2005 da schon die ein oder andere Überraschung bringen. Und so möchte ich es zum Schluss mit dem guten alten Hitch halten, der mal etwas gesagt haben soll, dass ganz gut zu der Tour und der Band passt:
"Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!"
UnderTOM, 1.10.2004







