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Tourtagebücher - The South shall rise again-Tour mit Crowbar (und Anderen)

23/04/2000

Vorgeschichte

Die Band aus New Orleans gehört schon seit eh und je zu unseren Favoriten, Joschi hat alle CDs von ihnen im Regal stehen und ich war bisher bei jeder Tour mindestens einmal (außer bei der aller Ersten, von der hab ich damals gar nichts mitbekommen). Letztes Jahr bot sich dann überraschend die Gelegenheit einen Auftritt im Vorprogramm unserer Helden zu spielen. Die Band musste ihre Tour um einige Tage verlängern da es keine passenden Rückflüge gab, so kam es zu einigen Zusatztermine von denen wir einen (in Halle) ergattern konnten. Dicken Dank an der Stelle nochmals an unsere Freunde von Dry Rot, "Dr. Metal" Michael Gerstlauer hat den Kontakt hergestellt!!. Nach unserem Auftritt, den sich auch ein paar Bandmitglieder angeschaut hatten, wurden wir von den Pre-Ignition-Jungs zur Seite genommen. Die hatten die Tour organisiert und offensichtlich Gefallen an uns gefunden. Wir besprachen dann eine mögliche Zusammenarbeit, was uns sehr gefreut und geehrt hat, man bekommt ja nicht jeden Tag ein Angebot von einer professionellen Booking-Agentur - aus Erfahrung wussten wir aber schon, dass es bei solchen Sachen besser ist, sich erst dann zu freuen, wenn es dann auch konkret wird! Und es wurde konkret!! Crowbar planten zu ihrem neuen Album eine Europatour und wollten uns gerne mit dabei haben. Die ganze Tour stand für uns, aus beruflichen Gründen, leider nicht zur Diskussion, wir sollten drei Gigs supporten und sagten natürlich mit Freude zu! Dann ging natürlich erst mal die wilde Planerei los. Da der Tourbus mit den drei amerikanischen Bands, den Roadies, dem Mercher und dem Tourmanager schon bis unters Dach vollgestopft war stand der für uns natürlich nicht zur Diskussion. Drecksau hatten sich für die Zeit ein Wohnmobil geliehen und wir überlegten, ob wir das auch machen sollten. Wir mussten bei der Tour keinerlei Buy-On zahlen, bekamen allerdings auch keine Gage, verdient wurde bei der Tour also nur über CD- und Shirtverkäufe. Zunächst haben wir daran gedacht die Tour mit unseren Privatautos durchzuziehen, die Distanz war dann aber doch zu groß und durch die Lösung mit dem Wohnmobil sparten wir uns auch das Schlafplatzproblem - dachten wir... dazu aber später mehr! Joschi dackelte also in der nächsten Zeit von einem Verleiher zum nächsten, verglich Preise, Größe, Ausstattung und Tarife (pauschal, Kilometer extra usw.). Am Ende machte ein Verleiher aus Königsbronn das Rennen. Wegen des Equipments hatten wir uns mit Drecksau verständigt, wir konnten große Teile ihres Schlagzeugs verwenden, sollten aber noch Gitarren- und Bassbox selbst mitbringen, kein Problem war ja genügend Platz in dem Wohnmobil (sechs Schlafplätze boten einiges an Stauraum!). Für alle Fälle hab ich mir dann noch von einem Bekannten (Danke Markus!!) einen Ersatzbass ausgeliehen, falls mir ausgerechnet in unserer halben Stunde Spielzeit ne Saite reißen sollte.

24/04/2000

Montag 24. April 2000, Nürnberg, K4

Day One also. Joschi hatte das Geschoss extra schon ein paar Tage vorher abgeholt, damit wir auch ja rechtzeitig am Club ankommen würden. So gegen 10 Uhr wollte er und Kuddel mich in Ellwangen aufsammeln. Wurde dann aber um Einiges später, es gab wohl noch technische Probleme - Joschi hatte beim Abholen des Geräts nicht mal ne Einweisung bekommen... War aber alles kein Problem, Nürnberg ist ja nun nicht so weit von uns entfernt, da kams auf die Stunde dann auch nicht mehr an! Vor einigen Jahren war ich bereits mal bei nem Konzert im K4 (da hieß es noch Komm, Psychotic Waltz hatten da nen Gig), wir mussten also nicht lange suchen und nach einigem Rumkurven parkten wir unseren Boliden neben dem Drecksaumobil und enterten den Club. Dort gings erst mal ab zum Far out: Extreme Hand-Schütteling, der ganze Tross wollte ja erst mal begrüßt werden... Zwei schäbige Dry Rotter drückten sich auch schon in den Ecken rum, Dry Rot hatten letztes Jahr auch mit Crowbar gerockt und Erlangen ist ja gleich bei Nürnberg. Michael hatte sogar sein digitales Achtspurgerät mitgeschleppt um uns später noch technisch zu unterstützen... Wir schleppten also unser Equipment die breite Steintreppen rauf (das K4 ist ein altes Schloss oder etwas in der Art, lecker Stuck an den Decken, schöne hohe Räume und so...), nur um zu erfahren, dass wir die Boxen gleich wieder raustragen dürfen, wir teilten uns die Backline mit den anderen Bands. Dumm dass man das nicht vorher gewusst hat, denn die Dinger nahmen im "Undertow-Truck" doch Einiges an Platz weg... Catering war für mich dann gleich mal der Griff ins Klo: Es gab Döner satt für alle! Was dann wohl gleichzeitig bedeutete, dass von den anderen Bands niemand Vegetarier ist... Kurz nach 20 Uhr gings dann nach nem knappen Linecheck los: Showtime!! Wir nutzen unsere 25 Minuten Spielzeit voll aus, wenig Gelaber zwischen den Songs, teilweise sogar zwei Songs am Stück. Der Saal war schon gut gefüllt und dafür dass uns in Nürnberg kaum jemand kennt bekamen wir sehr gute Reaktionen und fetten Applaus (der gute Eindruck bestätigte sich dann auch als ich nachts dann mit Jens (Mercher) abgerechnet habe!!). Danach gabs für mich erst mal ne Überraschung, Drecksau begannen ihr Set und das mit einer derartigen Wucht das ich erst mal baff war! Wir hatten bereits ein paar Wochen vorher einen gemeinsamen Gig in der Nähe von Heidenheim gespielt, da kam der Sound bei weitem nicht so heftig, unverhofft kommt oft!! Da ich noch einige Leute im Publikum entdeckt hatte, die ich kenne und mit denen ein Schwätzchen angesagt war (unter anderem Chick von Celestial Voyage und Max vom Crunch Magazin), hab ich mir aber nur den Anfang von Drecksau angeschaut und dadurch den (traurigen!) Höhepunkt verpasst: Jemand hat wohl eine Wasserflasche auf die Bühne geworfen und nur knapp an einem der Musiker vorbeigetroffen! Was die Sache noch brisanter macht: Der Jemand war wohl der Basser von Soilent Green... Drecksau war das Heimspiel (die Jungens sind aus Nürnberch) somit ordentlich ver(dreck)saut, dass ihre Freundinnen da waren und dass Dr. Scherer (Sänger) Geburtstag hatte half da dann auch nicht mehr viel. Soilent Green will ich hier mal gar nicht länger beleuchten, hab ihren Auftritt an dem Abend eh nur beiläufig registriert, da ich damit beschäftigt war einen Raum aufzutreiben in dem wir einen lang gehegten Plan nun endlich durchführen könnten. Schon bei der vorletzten Crowbar-Tour (mit Boltthrower, Disbelief und Totenmond) hatte ich Kirk in Nürnberg einfach mal gefragt, ob er denn, wenn sie zwei Wochen später in Stuttgart gastieren würden, ein paar Vocals bei uns im Backnanger Studio einsingen könnte. Ich fand die Frage an sich ziemlich dreist und war somit um so überraschter als er ohne zu zögern zusagte. Schließlich wurde doch nichts draus, Kirk fiel ausgerechnet in der Nacht vor dem Stuttgarter Gig aus seiner Koje, verletzte sich am Auge und hatte, als wir ihn am Nachmittag abholen wollten, weder Zeit noch Laune uns zu begleiten, er musste zum Arzt. Bei der darauffolgenden Tour bot sich keine Gelegenheit und so wollten wir an diesem Abend noch nen Versuch starten. Ich konnte dann auch tatsächlich im Keller des K4, dort wo sich auch die Duschen für die Bands befinden, einen geeigneten Raum auftreiben, besorgte mir vom Soundmann (dicken Dank noch mal!) Kabel und Mikro und baute mit Dr. Metal Gerstlauer seinen digitalen 8-Spurer im Keller auf. Kirk hat tatsächlich eine Strophe für unser nächstes Album eingesungen und wir hatten viel Spaß im Keller des K4, falls es jemanden interessieren sollte: wir haben die Aktion (und noch mehr Cooles von der Tour) auf Video aufgenommen. Durch die Keller-Aktion hab ich dann auch große Teile von Eye Hate God verpasst, war aber nicht soo tragisch, hatte sie ja schon in Stuttgart gesehen und außerdem hatten wir ja noch ein paar gemeinsame Dates vor uns. Crowbar überzeugten dann souverän auf der ganzen Linie, das neue Line-Up und besonders der neue/alte Drummer Craig legten eine Klasse-Gig auf die Bretter, einziges Manko: Sexy T. fehlte etwas - aber nur rein optisch, Oakie,der neue Basser, beherrschte sein Instrument und seine Parts, optisch konnte er mit seinem Vorgänger allerdings nicht mithalten. Wie schon auf der letzten Tour holte Kirk bei Planets Collide unseren Sänger "Dschoschi" auf die Bühne um mit ihm gemeinsam die Vocals zu singen, Joschi war wie immer geschmeichelt, fühlt sich glaub ich ohne Gitarre vor dem Bauch aber immer etwas nackt und hatte statt dessen ne Flasche in der Hand, Bier versteht sich! Nach dem Gig machten wir uns nach und nach daran unser Zeug im Wohnmobil zu verstauen, das Merch musste abgerechnet werden und die Reste des Catering wurden als Proviant gebunkert (die Erdnüsse langten für die ganze Tour!). Da der Gig am nächsten Tag hinter Hamburg und somit gute sieben Stunden Fahrzeit von Nürnberg entfernt war drängte ich auf den Aufbruch, wir hatten beschlossen noch in der Nacht einen Teil der Strecke zu bewältigen. So gegen halb zwei gings dann auch endlich los, ab auf die Autobahn, Musik aufgedreht (neue 40Grit und Sevendust) und ab die Düse. Die Kollegen verabschiedeten sich kurz hintereinander, irgendwann saß ich also alleine da und kam mir vor wie son Trucker. Bis Fulda hab ichs dann noch geschafft, mehr ging nicht mehr - rechts ran auf nen Parkplatz und ab in die Koje!

25/04/2000

Dienstag 25. April 2000: Kaltenkirchen, Schwarz

Ein neuer Tag ein neues Glück, gegen 9.30 Uhr bin ich schon wieder aufgewacht (könnte mit dem Lärm der Autobahn zu tun gehabt haben...), die Jungs waren auch bald danach wach und nach kurzer Morgentoilette hab ich mich wieder hinters Steuer geklemmt und bin weitergefahren. Auf Höhe Kassel war dann Frühstück und Körperhygiene angesagt, beides war sehr erfolgreich und nach nem knappen Stündchen gings auch schon weiter. Wir fraßen uns nach und nach die A7 richtung Norden hinauf, ohne zu ahnen, dass da noch was anderes fraß... Kurz hinter Hildesheim bemerkte ich und Kuddel ein merkwürdiges Nebengeräusch, es kam weder vom hinten schlafenden Joschi noch aus dem Radio. Wir beschlossen das mal zu überprüfen, die Temperaturanzeige war auch angestiegen, jedoch noch gut vom roten Bereich entfernt. Ich brachte das Gefährt auf dem Standstreifen zum Stehen und kaum hatten wir angehalten fings aus dem Motorraum auch schon munter an zu dampfen - Danke, das war genau das was wir jetzt gebraucht haben... Lange Rede kurzer Sinn, der nette Mann vom ADAC kam und brachte auch gleich die Hiobsbotschaft mit: Nichts zu machen, Motor am Arsch. Wir wurden also zu ner Autowerkstatt abgeschleppt und versuchten im folgenden fieberhaft einen Ersatzwagen zu bekommen. An ein Wohnmobil war nicht zu denken, wir hofften auf nen Transporter oder wenigstens nen VW-Bus: nix zu bekommen! Abgesehen davon, dass wir ja erst mal abchecken mussten wie die Karre denn versichert ist usw. ... Schließlich erbeuteten wir in Hannover bei Hertz einen Chrysler-Van, da würden wir mal das ganze Gepäck, die Instrumente und das Merch reinbekommen, cool, ab nach Hannover (schlappe 40 km entfernt, das Taxi hat auch nur (!) nen Hunnie gekostet... Der Chrysler war aber mal hyperkorrekt, fettes Automatikgerät, Tempomat, jeglicher Schnickschnack und ging kaum dass man aufs Gas getippt ist ab wie Hulle und hielt locker ne Reisegeschwindigkeit von 160 km/h und mehr. Somit mussten wir zwar unserer Boxen, mein Topteil und ne Menge Drum-Hardware im Wohnmobil zurücklassen aber es konnte immerhin weiter gehen. Wir kamen dann auch noch zu ner erträglichen Zeit am Club an, der befand sich in nem Supermarktgebäude, war aber trotzdem ganz nett. Catering kam dann auch schon nach kurzer Zeit, Madame Michelle hatte heute italienisch disponiert und so gabs Pizza für alle - somit war heute also Joschi gearscht, der mag keine Pizza weil da meist fett Oregano drauf ist und das schätz er nicht so. Irgendwie hatte der Veranstalter wohl noch nicht so die Erfahrung, jedenfalls ging organisatorisch so einiges schief, Meister "Michelle" Dohmen war am rotieren, wegen irgend ner Schlagzeuggeschichte gerieten dann auch noch die anderen Bands aneinander, Kirk sprach dann aber ein Machtwort und es gab keine Probleme mehr - Kirk war irgendwie der Papa des ganzen Trosses, wenn er was gesagt hat, haben sofort alle gehorcht und waren wieder vernünftig. Nach kurzem Soundcheck gings dann auch gleich los, da wir am Vorabend unserer Zeit etwas überschritten hatten haben wir unser Set um einen Song gekürzt (leider fiel die Wahl auf Negative Cloud), nach knappen 25 min war dann auch schon wieder Schluss und Drecksau bauten ihr Zeug auf. Obwohl sie offensichtlich mies gelaunt waren boten sie eine solide Show. Unsereiner machte sich daraufhin mit dem Busfahrer von Crowbar auf den Weg zum Hamburger Flughafen um dessen Frau dort abzuholen die ihn für den Rest der Tour begleitete. Mit dabei war Sonja vom Rock Hard. Sie hatte damals das etwas missverständliche Interview mit uns geführt und ich hatte sie im Vorfeld der Tour angemailt ob sie denn vorbeikommen wolle. So hatten wir ordentlich Gelegenheit für ein Pläuschchen über Gott und die Welt. Dabei wurde dann auch das Undertow-Problem-#1 gelöst: Sonja bot spontan an uns in ihrer Studenten-WG in Hamburg unterzubringen. Zurück vom Flughafen hab ich dann noch nen Teil von Eye Hate God gesehen, krass wie immer... Crowbar hatten danach dann leichtes Spiel. Was ich ja zuerst gar nicht erwartet habe, von Kaltenkirchen hab ich vorher noch nie was gehört, ein Club in nem Supermarktkomplex scheint mir auch nicht so ideal zu sein... Der Laden war dann aber proppenvoll und das Volk ging ab wie nichts Gutes! Crowbar hatten nach eigener Aussage den besten Gig der Tour, spielten wesentlich länger als sonst und genehmigten sich bereits auf der Bühne ein paar Shots und waren entsprechend ausgelassen unterwegs. Eine recht gut aussehende Mitarbeiterin des Clubs hatte sich bereits am Nachmittag an die Musiker rangemacht, während des Gigs vergnügte sie sich im hinteren Teil der Bühne mit einem Roadie von Crowbar so dass dieser vor lauter Knutschen und Fummeln doch glatt vergaß seinen Job zu machen! Sammy fand das nicht so witzig und hat ihn dann entsprechend angemotzt - wobei zu vermuten war, dass er eher eifersüchtig war... Die Dame verschwand ungefähr zum selben Zeitpunkt wie wir. Wir fuhren mit Sonja gen Hamburg und sie bestieg mit einem Crowbarmusiker den Bus - ich dachte ja immer sowas ist eher Wunsch denn Realität... Sachen gibt's! Die Nacht bei Sonja im Wohnheim war nur cool! Nachdem wir unsere Betten vorbereitet hatten gings noch in den Keller wo sich ne kleine Kneipe befand. Getränke quasi zum Selbstkostenpreis, coole Musik (Kyuss, Pantera, Korn, RATM...), Kicker und Billard - so lässt sichs leben, es gab sogar lecker Martini und so konnte ich auch mal etwas Alkohol zu mir nehmen. So gegen 4 Uhr in der Früh gings dann inne Heia.

26/04/2000

Mittwoch 26. April 2000. Bielefeld, Luna

So gegen 10 hab ich mich dann aufgemacht, uns allen was zum Frühstück gejagt und anschließend, nach netter Verabschiedung und Danksagung von/an Sonja gings ab in den Hafen. Heute war die Distanz zum nächsten Venue nicht so groß und da man eh schon mal in ner Weltstadt war... Direkt an den Landungsbrücken/Alter Elbtunnel haben wir dann auch tatsächlich nen Parkplatz gefunden! Von dort gings für zwei Stunden auf ungewohntes Terrain, die süddeutschen Landratten auf Hafenrundfahrt! Und die war so scheißcool! Der Typ der die Barkasse steuerte und währenddessen fast nonstop mehr oder weniger Informatives durch die Lautsprecher textete sah als Krönung auch noch aus wie Käptn Iglo. Wenn er grade nicht geredet hat (immer schön gereimt, gehört sich ja auch so in Deutschlands HipHop-Stadt Nummero uno) hat er gesungen, nicht schön aber laut und inbrünstig - Killer! Kann ich nur jedem empfehlen der mal in der Stadt ist! Die Fahrt nach Bielefeld selbst war dann glücklicherweise unspektakulär, es stellt sich heraus, dass der Club nicht in Bielefeld selbst sondern in nem Vorort ist, und zwar in ner Art Gemeindezentrum. Supercooles Teil das, der Gig fand in der kleinen Turnhalle statt, super Bühne, viel Platz und sogar ne Empore. Von Drecksau war weit und breit nix zu sehen, die waren in Hamburg im VERKEHR stecken geblieben und würden sich etwas verspäten, Kuddel wurde dann spontan für den Schlagzeugsoundcheck der Herren verpflichtet... Gig war dann auch sehr fett - wir haben Negative Cloud wieder ins Set genommen und ein bisschen überzogen, war aber schon ok, war ja der letzte Gig - dachten wir! Nach dem Auftritt kam der Chef der Touragentur auf uns zu und hat uns auch noch den Abschluss der Deutschlandtour im Aachener Musikbunker angeboten, haben wir dann aber abgelehnt weil... QUATSCH, wir haben natürlich dankend angenommen!! Für mich war der Gig eine Premiere, zum ersten Mal in meiner "Musikerkarriere" kam ein Fan nach dem Set auf mich zu und wollte mein Plec haben, strange! Der Abend in Bielefeld war auch noch sehr unterhaltend, den einerseits waren ne Menge netter Leute am Start und somit auch ein paar Gespräche, andererseits war der Backstageraum der schönste den ich je gesehen habe, das war nämlich das Cafe des Gemeindezentrums. Das Ding war eigentlich ein riesiges Aquarium, von drei Seiten quasi aus Glas, an nem See gelegen, nett eingerichtet und als Krönung gabs dann auch noch schmackhaftes Essen für alle satt! Die amerikanischen Musiker haben sich gar nicht mehr über die Qualität der Gurken einbekommen, waren eigentlich ganz normale Gurken, aber naja... Den Vogel abgeschossen hat aber an dem Abend eindeutig der Basser von Soilent Green: Total dicht wie er war, ist er so munter über die Bühne getorkelt, und als er dann seinen Kumpel Jimmy Bowers (Ex-Drummer von Crowbar und Gitarrist von Eye Hate God) im Publikum sah ist er gleich selig auf ihn zu geeiert und prompt von der Bühne gestürzt! Joschi und ich waren zu der Zeit grad auf der Empore und Joschi hat die Szene sogar auf Video! Man muss sich das in etwa wie in den Coyote-Cartoons vorstellen: Der Mann ist einfach nen Schritt ins Nichts gelatscht bevor er es gecheckt hat...Killer! Sein Bass ist dabei auch an Arsch gegangen, hihihi. Im Backstageraum führte das natürlich zu ewigen Lachkrämpfen, besonders als Joschi denjenigen, dies nicht live gesehen hatten, die Szenen auf der Kamera vorführte... Bei Crowbar gabs dann wieder die Windstein-Baschin-Brüder Duett-Einlage bei Planets Collide. Der oberkorrekte Veranstalter Walent (dicken Gruss an dieser Stelle!) hat uns dann sogar in einem Raum des Zentrums die Schlafsäcke entrollen lassen und so war das Problem auch gelöst. Am nächsten Tag gings dann nach nem lecker Frühstück gen Heimat.

28/04/2000

Samstag 28. April 2000. Aachen Musikbunker

So, schöne Sache an sich, dass wir mit dem Aachener Gig quasi noch Nachschlag bekommen haben, das stellte uns allerdings wieder vor das bekannte Transportproblem. Das tolle Wohnmobil war in den ewigen Fiat-Jagdgründen, der schicke Chrysler war wies sich gehörte wieder aufm Hertz Parkplatz mein antiker Fiesta stand nicht zur Diskussion und so sollte als Joschis Gig-erfahrene METALlic-rote Passat-Kutsche herhalten. Sollte wohlgemerkt, der Herr von der Werkstatt vereitelte diese Lösung (irgendwelche gravierenden Mängel) - wär ja auch zu einfach gewesen! Am End hat uns dann die edle Christine Ihren fast neuen silberMETALlic-farbenen Volkswagen zur Verfügung gestellt. Zwar Golf und nicht Passat, da wir aber eh nicht viel mitnehmen mussten ging das schon. Also ab nach Aachen, Fahrt war kein Problem, wir waren pünktlich vor Ort. Als wir aufs Gelände kamen stießen wir auch gleich auf die dreckigen Frankenschweine, also Drecksau. Ihr Wohnmobil sah aber irgendwie anders aus als letztes Mal... Die Herren hatten wohl zwei Damen bei sich im Gefährt von einem Gig zum anderen mitgenommen und da Musiker und Roadie zu breit zum Fahren waren, hat sich eine der Damen hinters Steuer gepackt und gleich mal irgend so nen Begrenzungspfahl geherzt, der Schaden war aber nicht so groß und konnte mit dem Allheilmittel schlechthin, Gaffa-Tape, ruckzuck behoben werden, sah quasi aus wien Rallystreifen... Wie der Name schon sagt, befand sich der Club tatsächlich in ner alten Bunkeranlage. Wir schleppten also unser Equipment zig Stufen in die Tiefe wurden unten aber durch einen sehr coolen Club entlohnt: Genau die richtige Größe, interessant dekoriert (irgendwelche Gummistränge waren zu ner Art mega Spinnennetz um eine Säule drapiert), akzeptable Bühne und PA, sah alles nach nem guten Gig aus. Soundcheck verlief dann auch ohne Probleme. Als die Leute den Club so langsam zu füllen begannen hat uns Ferdi (der Booker) dann auf die Bühen beordert und es wurde echt ein fetter Gig, die Leute sind gut mitgegangen und auch einige Musiker der anderen Bands fanden sich nochmal vor der Bühne ein. Die Auftritte der folgenden Bands können allesamt als würdiger Abschluss der Deutschlandtour bezeichnet werden, alle haben sich nochmal voll ins Zeug gelegt und das Publikum hat die Bands entsprechend gefeiert. Was dann allerdings bei Crowbar abging war schon fast unfassbar, der gesamte Club verwandelte sich bei manchen Songs in eine einzige Masse ausrastender Leuten, jedes Wort wurde begeistert mitgeschrien, es wurde gebangt und gedivt, dass es schon fast bedenklich war. Zur Freude der Band befanden sich auch einige Ladys in dem entfesselten Mob und ließen sich sogar zum diven bewegen - crazy Shit!! Spät in der Nacht gabs dann wie erwartet sentimentales Abschiedsgejammer, Händeschütteln, Schulterklopfen und Adressentausch. Wir wurden sogar aufgefordert den Gig am nächsten Tag in Holland noch mitzunehmen, wir hätten dort allerdings schon um 17.30 Uhr auf die Bühne gemusst, die Show sollte um 22 Uhr zu Ende sein, damit die Jungs die Fähre auf die Insel noch erwischen - das erschien uns dann doch nicht allzu verlockend, obwohls ja der erste Auslandsgig gewesen wäre - wenn man die diversen Gigs in Bayern mal nicht mitzählt... Tja, als wir dann spät nachts in unseren Golf stiegen um zum Ferdi zu fahren, wo wir übernachten wollten, versagte der den Dienst! Sprang einfach nicht an. Naja, ich dachte, dass wohl das Licht an war oder das Radio, nette Leute haben uns dann angeschoben und so gings dann in die coole Bude von Ferdi und seiner Freundin Susse. Tags drauf hat sich dann herausgestellt, dass wohl irgendwas nicht wirklich in Ordung ist mit dem Golf, wir mussten morgens schon wieder anschieben, ging aber ganz gut, weil berg ab. Wir sind dann non stop durchgefahren damit der Motor ja nicht ausging, dummerweise war halt irgendwann mal der Sprit alle. Und anschieben half dann auch nicht mehr! Toll. Es hat bestimmt ne halbe Stunde und viel Überzeugungsarbeit gekostet bis uns dann ein netter aber verunsicherter Schweizer fremdgestartet hat, der dachte wohl wir wollen den ausrauben oder so... Naja, ab da gings dann ohne Zwischenstop heim nach Ellwangen, tags drauf stellte sich heraus, dass wohl die Batterie am Arsch war, glücklicherweise nix Ernstes kaputt gewesen! Als Resumee bleibt zu sagen, dass die Tour natürlich sehr cool war, die Bands alle total freundlich zu uns waren und wir auch mit allen gut ausgekommen sind (mal abgesehen von den Soilent Green-Basser, den fanden aber alle Scheisse). Nur die Transportsituation war irgendwie dooooomed, damn it! Als Sahnehäubchen befinden wir uns bis heute (Ende Juli ´00) in einem Rechtsstreit mit dem Wohnmobilvermieter der uns unsere Kaution von schlappen 1000 DM nicht zurückgeben will sondern im Gegenteil sogar von uns verlangt die Hälfte der Motorreparatur (mickrige 3000 DM) mitzutragen! So nen Betrag zahlen wir als Plattenmultimillionäre ja normalerweise aus der Portokasse, aber hier geht's ums Prinzip! Wir haben den Fall unseren Anwälten übergeben...

01/02/2001

Update Februar 2001

Wir haben recht gehabt und bekommen, ist ja auch nicht immer selbstverständlich! TJ


On Stage

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Shoutbox

09/01/2012 14:57

Hallo Joschi, wünsch Dir
und deiner Familie ein
gutes neues Jahr.
Grüßle von Micha

19/11/2011 08:32

Schon viel zu lange nicht
mehr g'sehn!
Sniff...Gruss ausm
Rheinland, Melanie

24/08/2011 15:27

Hi! Warum ist Link zu
Eurer Minisite "Don't
pray to the ashes"
forbidden? Hermann aus
Dresden

27/06/2011 22:41

Hallo Jungs, hat echt
Spaß gemacht mit Euch.
Juschi

19/04/2011 20:33

Tom, bitte Mails checken!

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...ihr kennt das Anti-Spam-Spielchen ja: